westerholt & gysenberg
  der film
trailerstimmentechnik

  kaufenkino
links kontakt


 

 

 

 

 

 

"Uwe geht zu Fuß" - FAQ

 

„Uwe geht zu Fuß“ – Antworten des Regisseurs auf häufig gestellte Fragen

  1. Warum werden die negativen Seiten des Lebens mit einem Menschen mit Behinderung nicht dargestellt?
    Tatsächlich wollte ich keinen Film machen, der die Beschwerlichkeiten des Lebens mit einem Menschen mit Behinderung zeigt, denn Filme mit dieser Thematik gibt es mehr als genug, meiner wäre damit überflüssig.
    Eine Dokumentation zeigt immer nur einen Teil der Wirklichkeit und entscheidet sich für eine Perspektive. Meine Entscheidung war klar: Ich wollte eine einzigartige Geschichte erzählen und mich auf das Einzigartige dieser Geschichte konzentrieren.

  2. Wurde Uwe Pelzel niemals angefeindet?
    Mir ist kein schwerwiegender Fall bekannt. Auf wiederholte Nachfrage wurde mir immer wieder gesagt, Uwe Pelzel habe den Schutz der Gemeinschaft genossen und jeder Versuch, ihn anzugreifen, sei von anderen unterbunden worden.
    Gelegentlich macht sich Uwe natürlich unbeliebt. Er schimpft, wenn Kinder im Ort nicht auf dem Fahrradweg fahren und im Tennisklub oder Fußballverein nicht alles nach „seinem“ Plan verläuft. Wenn er jemanden nicht mag, zeigt er es eindeutig - wie im Film auch erwähnt wird.

  3. Manche gehen für mein Empfinden überheblich mit Uwe Pelzel um. Sie benutzen ihn, um sich selbst aufzuwerten. Wird Uwe Pelzel von den Fußballern des HSV 16 nicht wie eine Art „Maskottchen“ behandelt?
    Einige Zuschauer empfinden das wohl so, andere können diese Frage nicht nachvollziehen. Grundsätzlich ist aber für die funktionierende Gemeinschaft nicht entscheidend, wie der Zuschauer, sondern wie Uwe sich fühlt. Die Frage sollte aus meiner Sicht also eher lauten: Ist Uwe glücklich?

  4. Oft wird im Film über Uwe Pelzel gesprochen und nicht mit ihm. Er wirkt zuweilen passiv.
    Jede Dokumentation ist eine Reise, deren Ziel man anfangs nicht wirklich kennen kann. Uwe Pelzel war bei Drehbeginn 64 Jahre alt und hatte im Vergleich zu den Vorjahren merklich abgebaut. Der Film ist also anders geworden als ursprünglich geplant - eben auch ein Film über das Alter. Die Gesprächspartner erinnern sich an die vielen Geschichten, die sie mit Uwe erlebt haben und erzählen oft in der Vergangenheitsform: „Uwe war…“ Einige Zuschauer sind davon irritiert, aber hier zeigt sich nur, dass die Bedeutung von Erinnerungen im Alter eines Menschen zunimmt. Auch derjenigen, die mit ihm zusammenleben.
    Überdies war und ist Uwe Pelzel nie ein großer Geschichtenerzähler, Erlebnisse wiederzugeben, überläßt er lieber anderen. Man kann aber sicher sein, dass Uwe Einspruch erhebt, wenn er mit einer Aussage, die über ihn gemacht wird, nicht einverstanden ist.
    Eine Entscheidung im Schnitt war auch, Uwe Pelzel nicht zu untertiteln. Er hat es nicht nötig, in seiner Welt kann ihn jeder verstehen. Für Außenstehende ist seine Sprache aber nur schwer verständlich. Beispielsweise wären für einen längeren Ausschnitt seiner Rede zum 60. Geburtstag Untertitel notwendig gewesen. Sie hätten ihn aber fälschlicherweise herabgestuft. Im Film wirkt manches anders, in der Komprimierung der Wirklichkeit bekommen einzelne Aspekte eine andere Bedeutung.
    Ich habe mich also bewusst auf seine Ausstrahlung im Bild und den sozialen Kontext innerhalb seiner Gemeinde konzentriert.

  5. Warum braucht Uwe Pelzel eine Gehhilfe?
    Während seiner Tätigkeit als Hilfskraft beim Bierverlag Deppe war er als Beifahrer in einen Autounfall verwickelt. Er trug einen bleibenden Hüftschaden davon, der heute noch Schmerzen verursacht und ihn in seiner Beweglichkeit einschränkt.

  6. Warum gibt es keinen erläuternden Off-Kommentar?
    Die Entscheidung, auf einen Off-Kommentar zu verzichten, fiel gleich zu Anfang des Schnitts. Der Off-Kommentar erleichtert es, die Dramaturgie einer Geschichte zu verbinden und kann weitere Informationen geben. Allerdings nimmt er dem Zuschauer auch die Freiheit, das Gesehene selbst zu interpretieren und eigene Bilder und Assoziationen zu finden. Letzteres war mir eindeutig wichtiger.

  7. Welche Musik wird verwendet?
    Die Musik stammt aus einer GEMA-freien Bibliothek des Anbieters Digitaljuice.